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„Wir hatten bereits die Nummer des Tierheims gewählt.“

  • 2. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Gastbeitrag von Johanna Hoff, Hundeschule Coole Schnauzen



Tierheim oder Hundetrainer? Wir helfen Ihnen wenn Sie nicht weiterwissen!

Die Erfahrungen und Einschätzungen in diesem Beitrag stammen aus der praktischen Arbeit von Johanna Hoff. Der Artikel wurde für Dogissima sprachlich überarbeitet und an den redaktionellen Stil angepasst.


Es gibt Sätze, die gehen unter die Haut. Einer davon fiel kürzlich während einer Einzelstunde:


„Wir hatten bereits die Nummer des Tierheims gewählt.“

Leider ist das kein Einzelfall. Immer wieder geraten Hundehalter:innen mit ihrem neuen Familienmitglied an ihre Grenzen – nicht, weil sie ihren Hund nicht lieben, sondern weil die Anforderungen vor der Anschaffung unterschätzt wurden.


Wenn Erwartungen und Realität aufeinandertreffen

In diesem Fall hatte sich ein Paar einen Welpen von einem Bauernhof geholt – eine Mischung aus verschiedenen Hüte- und Treibhunderassen sowie einem Labrador aus einer Arbeitslinie.


Als Johanna Hoff zur ersten Trainingsstunde kam, war sie positiv überrascht. Entgegen ihrer Erwartungen traf sie keinen völlig überdrehten Welpen an, sondern einen freundlichen und ausgeglichenen jungen Hund. Auch die Halter hatten bereits viel Zeit und Engagement investiert.


Doch dann erzählten sie, wie belastend die ersten Wochen gewesen waren. Der Welpe biss in die Hände, hatte kaum Impulskontrolle und schien unermüdlich. Die Familie fühlte sich überfordert und wusste nicht mehr weiter.


Erst im Gespräch wurde deutlich, dass sie sich vor dem Kauf nur wenig mit den Eigenschaften der beteiligten Rassen und den natürlichen Entwicklungsphasen eines Welpen beschäftigt hatten. Zudem war ihnen vermittelt worden, der Hund eigne sich problemlos für Anfänger.


Viele Herausforderungen beginnen bereits vor dem Hundekauf

Welpen sind keine fertigen Familienhunde. Sie müssen erst lernen, sich in unserer Welt zurechtzufinden. Dazu gehören unter anderem das Erkunden mit dem Maul, Frustration, fehlende Impulskontrolle und eine kurze Aufmerksamkeitsspanne – Verhaltensweisen, die in den ersten Lebensmonaten durchaus normal sein können.


Hinzu kommen genetische Veranlagungen. Hüte-, Jagd-, Schutz- oder Arbeitshunde wurden über Generationen für bestimmte Aufgaben gezüchtet. Diese Anlagen verschwinden nicht, nur weil ein Hund heute als Familienhund lebt.

 

Wer diese Eigenschaften kennt und realistische Erwartungen hat, kann seinen Hund von Anfang an besser verstehen und sinnvoll begleiten.


Herkunft ist mehr als eine Frage des Preises

Ob ein Hund aus einer verantwortungsvollen Zucht, aus dem Tierschutz oder aus einer privaten Abgabe stammt – entscheidend ist, dass seine Herkunft transparent ist und zukünftige Halter wissen, worauf sie sich einlassen.


Eine sorgfältige Aufzucht, eine gute Sozialisierung sowie gesundheitliche Vorsorge und eine durchdachte Auswahl der Elterntiere schaffen wichtige Voraussetzungen für einen guten Start ins Hundeleben. Gleichzeitig braucht jeder Hund ein Zuhause, das seinen individuellen Bedürfnissen gerecht wird.


Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche

Die gute Nachricht in diesem Fall: Die Halter entschieden sich nicht gegen ihren Hund, sondern für Unterstützung.


Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche. Wir helfen wenn Sie nicht weiter wissen.

Gemeinsam konnten offene Fragen geklärt, Missverständnisse ausgeräumt und ein individueller Trainingsplan entwickelt werden. Aus Überforderung wurde wieder Zuversicht.


Nicht jeder Hund hat dieses Glück. Manche werden bereits nach wenigen Wochen weitergegeben, weil Erwartungen und Realität zu weit auseinanderliegen.

Dabei lassen sich viele Schwierigkeiten vermeiden – wenn die Vorbereitung bereits vor dem Einzug beginnt.



Was Sie vor der Anschaffung eines Hundes beachten sollten

  • Informieren Sie sich über die Eigenschaften der Rasse oder des Hundetyps. Überlegen Sie ehrlich, ob diese zu Ihrem Alltag und Ihren Möglichkeiten passen.

  • Nutzen Sie eine neutrale Kaufberatung. Viele Hundeschulen bieten Beratungen an, bevor ein Hund einzieht.

  • Informieren Sie sich über die Herkunft des Hundes. Achten Sie auf Transparenz, Gesundheitsvorsorge und eine verantwortungsvolle Aufzucht.

  • Bereiten Sie sich auf die ersten Monate vor. Welpen bringen Freude, aber auch Herausforderungen mit sich. Fachliteratur, Kurse oder Online-Seminare helfen dabei, typische Entwicklungsphasen besser einzuordnen.

  • Holen Sie sich frühzeitig Unterstützung. Je früher Fragen geklärt werden, desto einfacher lassen sich viele Herausforderungen gemeinsam bewältigen.

 

Fazit

Die Entscheidung für einen Hund beginnt nicht mit dem Kauf – sondern mit einer ehrlichen Vorbereitung.


Wer sich Zeit nimmt, sich informiert und bereit ist, die Bedürfnisse seines zukünftigen Begleiters zu verstehen, schafft die Grundlage für eine vertrauensvolle und langfristige Mensch-Hund-Beziehung.


Denn am Ende geht es nicht darum, den perfekten Hund zu finden. Es geht darum, die passende Entscheidung zu treffen – für Mensch und Hund gleichermassen.


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Mehr über Johanna Hoff und die Hundeschule Coole Schnauzen finden Sie im Partnerverzeichnis von Dogissima.

  



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