Aufklärung
Der Wunsch zu helfen ist etwas Wertvolles. Viele Menschen entscheiden sich bewusst für einen Hund aus dem Auslandstierschutz, weil sie einem Tier in Not eine zweite Chance geben möchten. Gleichzeitig ist Auslandstierschutz ein komplexes Thema, das differenziert betrachtet werden sollte.
Dogissima unterstützt verantwortungsvollen und nachhaltigen Tierschutz. Dazu gehört auch, Chancen und Herausforderungen offen anzusprechen und Entscheidungen nicht ausschliesslich auf Emotionen zu stützen.

Rettungsromantik
– wenn Helfen zum Problem wird
Die Liebe zu Hunden und der Wunsch zu helfen bewegen viele Menschen dazu, einen Hund aus dem Tierschutz zu adoptieren. Dieses Engagement verdient Respekt. Gleichzeitig kann der Wunsch zu helfen manchmal dazu führen, dass wichtige Fragen in den Hintergrund geraten.
Wenn Bilder, Geschichten oder emotionale Schicksale die Entscheidung dominieren, spricht man häufig von sogenannter Rettungsromantik.
Dabei entsteht schnell der Eindruck, dass jede Übernahme eines Hundes automatisch eine Rettung und jede Vermittlung automatisch die beste Lösung ist. Die Realität ist jedoch oft komplexer.
Nicht jeder Hund benötigt dieselbe Form von Hilfe. Manche Hunde profitieren von einer Vermittlung in ein neues Zuhause. Andere benötigen medizinische Versorgung, Training, Kastrationsprogramme oder Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen vor Ort.
Auch die Bedürfnisse der zukünftigen Halter:innen dürfen nicht ausser Acht gelassen werden. Ein Hund sollte nicht aus Mitleid übernommen werden, sondern weil seine Bedürfnisse, Eigenschaften und Anforderungen langfristig zum zukünftigen Zuhause passen.
Verantwortungsvoller Tierschutz bedeutet deshalb, Emotionen und Sachlichkeit miteinander zu verbinden. Nicht jede Rettung ist automatisch die beste Lösung und nicht jede schwierige Entscheidung ist herzlos.
Guter Tierschutz fragt nicht nur, wie man helfen kann, sondern auch, welche Hilfe langfristig sinnvoll und nachhaltig ist.
Illegaler Welpenhandel – Tierleid beginnt oft vor dem Kauf
Der illegale Welpenhandel gehört zu den grössten Tierschutzproblemen Europas. Jedes Jahr werden tausende Hunde unter schlechten Bedingungen gezüchtet und verkauft.
Die Welpen stammen häufig aus Massenzuchten, werden zu früh von ihrer Mutter getrennt und ohne ausreichende Sozialisation aufgezogen. Viele Tiere werden über Online-Plattformen, soziale Medien oder scheinbar seriöse Verkaufsanzeigen angeboten.
Typische Warnsignale können sein:
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ungewöhnlich tiefe Preise
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mehrere verschiedene Rassen gleichzeitig im Angebot
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fehlende Informationen über die Elterntiere
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Übergabe auf Parkplätzen oder Raststätten
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keine Besichtigung des Herkunftsortes möglich
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unvollständige Dokumente
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Zeitdruck beim Kauf
Die Folgen für die Hunde können gravierend sein. Neben gesundheitlichen Problemen treten häufig auch Verhaltensauffälligkeiten auf, die auf mangelnde Sozialisierung und schlechte Aufzuchtbedingungen zurückzuführen sind.
Mit jedem Kauf bei unseriösen Anbietern wird dieses System weiter unterstützt.
Wer einen Hund anschaffen möchte, sollte sich ausreichend Zeit nehmen, seriöse Anbieter sorgfältig prüfen und niemals unter Druck entscheiden.
Tierschutz beginnt nicht erst nach dem Kauf – sondern bereits bei der Entscheidung, woher ein Hund stammt.
Vermehrer oder seriöse Zucht?
Nicht jede Hundezucht arbeitet nach denselben Standards. Deshalb ist es wichtig, zwischen verantwortungsvoller Zucht und reiner Vermehrung zu unterscheiden.
Seriöse Züchter:innen verfolgen das Ziel, gesunde, wesensfeste und gut sozialisierte Hunde aufzuziehen. Sie investieren viel Zeit in die Auswahl geeigneter Elterntiere, Gesundheitsvorsorge, Aufzucht und Sozialisierung.
Vermehrer hingegen produzieren häufig Hunde ohne langfristige Zuchtziele. Gesundheit, Wesen und Aufzuchtbedingungen stehen dabei oft nicht im Vordergrund.
Merkmale einer seriösen Zucht können sein:
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transparente Informationen zu den Elterntieren
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Gesundheitsuntersuchungen
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kontrollierte Zuchtstandards
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sorgfältige Aufzucht
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altersgerechte Sozialisierung
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Besuche vor Ort möglich
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lebenslange Verantwortung für die Nachzucht
Verantwortungsvolle Zucht und verantwortungsvoller Tierschutz müssen dabei kein Widerspruch sein. Beide verfolgen letztlich dasselbe Ziel: gesunde Hunde mit guten Lebensbedingungen.
Dogissima setzt deshalb auf Aufklärung statt Verurteilung. Nicht jeder Hund aus einer Zucht stammt von einem verantwortungsvollen Züchter und nicht jeder Tierschutzhund ist automatisch die bessere Wahl.
Entscheidend ist immer die Qualität, Transparenz und Verantwortung hinter der Herkunft eines Hundes.
Warum billige Hunde oft teuer werden
Viele Menschen suchen bei der Anschaffung eines Hundes nach einem möglichst günstigen Angebot. Was auf den ersten Blick wie ein Schnäppchen wirkt, kann sich jedoch später als kostspielige und belastende Entscheidung herausstellen.
Gerade Hunde aus unseriösen Quellen, dem illegalen Welpenhandel oder schlecht geführten Vermehrungsstätten bringen häufig gesundheitliche, verhaltensbedingte und finanzielle Risiken mit sich.
Wenn der günstige Kauf teuer wird
Die Klinik für Kleintiermedizin der Universität Zürich berichtet seit Jahren über die Folgen des illegalen Welpenhandels. Besonders während des Hunde-Booms in der Corona-Zeit wurden vermehrt schwerkranke Importwelpen ins Tierspital Zürich eingeliefert. Viele dieser Hunde litten bereits bei ihrer Ankunft an schweren Infektionskrankheiten, Parasitenbefall, Mangelerscheinungen oder den Folgen langer und belastender Transporte.
Nicht selten sind intensive tierärztliche Behandlungen notwendig, um das Leben dieser Welpen überhaupt zu retten. Die Kosten können dabei schnell mehrere tausend Franken betragen.
Die unsichtbaren Kosten
Neben körperlichen Erkrankungen zeigen viele Hunde aus problematischen Aufzuchtbedingungen später auch Verhaltensauffälligkeiten.
Welpen benötigen in ihren ersten Lebenswochen eine sichere Umgebung, Kontakt zu ihrer Mutter und ihren Geschwistern sowie eine sorgfältige Sozialisation. Werden sie zu früh getrennt oder wachsen sie unter schlechten Bedingungen auf, können langfristige Folgen entstehen:
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Ängste und Unsicherheiten
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Probleme im Umgang mit Menschen oder Artgenossen
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Stressanfälligkeit
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Schwierigkeiten im Alltag
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Aggressionsverhalten
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mangelnde Frustrationstoleranz
Die Aufarbeitung solcher Probleme benötigt oft viel Zeit, Geduld und professionelle Unterstützung durch Hundetrainer:innen oder Verhaltenstherapeut:innen.
Gesundheitsprobleme können ein Leben lang bleiben
In vielen Vermehrungsbetrieben steht nicht die Gesundheit der Hunde im Vordergrund, sondern der Profit.
Die Folge können sein:
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genetische Erkrankungen
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Erbkrankheiten
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Fehlstellungen
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chronische Gesundheitsprobleme
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mangelhafte Entwicklung des Bewegungsapparates
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geschwächtes Immunsystem
Viele dieser Probleme begleiten den Hund ein Leben lang und verursachen hohe Tierarztkosten.
Illegale Importe bergen zusätzliche Risiken
Ein weiteres Problem sind gefälschte Papiere, unvollständige Impfungen oder eine unbekannte Herkunft der Hunde.
Die Universität Zürich weist darauf hin, dass immer wieder Welpen mit gefälschten Heimtierpässen oder fehlerhaften Impfunterlagen in die Schweiz gelangen. Besonders kritisch ist dies bei Hunden aus Tollwut-Risikogebieten.
In solchen Fällen müssen die Veterinärbehörden eingeschaltet werden. Für die betroffenen Halterinnen und Halter bedeutet dies oft Unsicherheit, zusätzliche Kosten und belastende behördliche Verfahren.
Warum seriöse Herkunft wichtig ist
Ein verantwortungsvoller Kauf bedeutet nicht, den billigsten Hund zu wählen, sondern den Hund mit den besten Voraussetzungen für ein gesundes und stabiles Leben.
Dazu gehören:
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transparente Herkunft
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nachvollziehbare Aufzuchtbedingungen
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gesunde Elterntiere
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ausreichende Sozialisation
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vollständige Gesundheitsnachweise
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ehrliche Beratung
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die Möglichkeit, den Hund und seine Herkunft kennenzulernen
Ob seriöse Zucht oder verantwortungsvoller Tierschutz – entscheidend ist, dass Herkunft, Gesundheitszustand und Entwicklung des Hundes nachvollziehbar sind.
Verantwortung vor Mitleid
Viele Menschen kaufen einen Hund aus Mitleid oder weil sie ihn möglichst schnell retten möchten. Doch gute Entscheidungen entstehen nicht aus Emotionen allein.
Ein Hund begleitet seine Menschen oft 10 bis 15 Jahre oder länger. Deshalb sollte die Anschaffung immer gut überlegt sein.
Ein günstiger Kaufpreis sagt nichts über die tatsächlichen Kosten eines Hundelebens aus. Gesundheit, Sozialisation, Charakter und Herkunft haben einen wesentlich grösseren Einfluss auf das spätere Zusammenleben.
Der günstigste Hund ist deshalb nicht automatisch der beste Hund. Oft ist genau das Gegenteil der Fall.
Quelle
Dieser Artikel basiert unter anderem auf der Informationsbroschüre „Augen auf beim Welpenkauf – Helfen Sie mit, Tierleid zu verhindern“ der Klinik für Kleintiermedizin der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich (2021). Die Publikation beleuchtet die gesundheitlichen, verhaltensbiologischen und tierschutzrelevanten Folgen des illegalen Welpenhandels und enthält Beiträge von Fachpersonen des Tierspitals Zürich, des Zürcher Tierschutzes sowie kantonalen Veterinärbehörden.
Dogissima unterstützt die Aufklärung über den illegalen Welpenhandel und empfiehlt, Hunde ausschliesslich von seriösen Züchter:innen oder verantwortungsvollen Tierschutzorganisationen zu übernehmen, bei denen Herkunft, Aufzucht und Gesundheitszustand nachvollziehbar dokumentiert sind.

